KNOCHENMARKENTZÜNDUNG
chronische Knochenmarkentzündungen
Eine sehr wichtige Vorbemerkung:
Die wichtigste Waffe der
speziellen Schmerztherapie ist die therapeutische Lokalanästhesie, also die
Behandlung mit einem (lang wirkenden) örtliche Betäubungsmittel in Form von
Infiltrationen und Nervenblockaden. Sind die Schmerzen auf eine Entzündung
zurückzuführen, wie bei dieser Erkrankung, so ist diese Behandlung nicht nur
symptomatisch (= also nicht nur auf das Krankheitszeichen
"Schmerz") ausgerichtet, sondern auch kurativ (=
heilend), da diese Therapie im behandelten Bereich neben der
Schmerzunterdrückung auch zu einer enormen Durchblutungssteigerung führt und
unter einer guten Durchblutung heilen entzündliche Prozesse sicher ab, eine
uralte medizinische Weisheit. Wird die Entzündung durch Erreger (z.B. Bakterien)
verursacht, so führt die gesteigerte Durchblutung dazu, daß die verabreichten
Antibiotika nunmehr bei den Erregern auch "ankommen" und diese vernichten
können.
Daß Lokalanästhetika (=
örtliche
Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich
wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken
Sie hier.
Nun aber zum eigentlichen Thema
Für diese Krankheit verwendet der Mediziner den Fachbegriff "Os teomyelitis"
Nicht wenige schreiben das Wort Knochenmarkentzündung mit s (Knoc henmarksentzündung).
Das Knoc henmark befindet sich in den Hohlräumen der größeren Knochen (Röhrenkn ochen, Rippen, Brustbein, Schulter blättern, Schädeldachknochen, Hand - und Fuß wurzelknochen). Man unterscheidet das Fettmark, dessen Anteil mit zunehmendem Alter ansteigt und das rote Knoc henmark, in diesem findet die Blutneubildung statt (außer Lymphozyten):
· rote Blutkörperchen (Erythrozyten) zum Sauerstofftransport,
· Blutplättchen (Thrombozyten) für die Blutgerinnung und
· weiße Blutkörperchen (Leukozyten) für das Immunsystem.
Nicht jede Knochenmarkentzündung geht mit Schmerzen einher. Mit den Methoden der modernen Schmerztherapie kann aber nicht nur ein Schmerz sondern auch die Ursache wirkungsvoll bekämpft werden.
Bei Knochenmarkentzündungen
sind meist auch das Kn
ochengewebe (Ostitis
bzw.
Osteitis) und die
Knochenhaut (Periostitis)
beteiligt.
Die Knochenmarkentzündung entsteht durch hämatogene
(= auf dem Blutwege), seltener
lymphogene (= über
die Lymphe) oder durch direkte (z.B.
bei Verletzung) Keimeinschleppung (meist Staphylococcus aureus).
Eine akute Knochenmarkentzündung geht mit folgenden Symptomen
(= Krankheitszeichen) einher:
Eine Knochenmarkentzündung
kann auch auf benachbarte
Gelenke
übergreifen.
Bei der sklerosierenden
(= krankhafte Verhärtung von Geweben) Knochenmarkentzündung
kommt es zu einer einer tumorartigen, derben Verdickung von Periost
(=
Knochenhaut) und Kn
ochen.
Zur Therapie der
Knochenmarkentzündung werden nach vorheriger Austestung hochdosiert
Antibiotika gegeben. Oft ist eine radikale Ausmuldung des Kn
ochens, Spüldrainage und Ruhigstellung
durch Fixateur externe
(= äußerer Spanner)
erforderlich.
Das Problem ist, daß Kn
ochengewebe relativ schlecht durchblutet
ist, so daß die körpereigenen Abwehrmechanismen kaum zu Tragen kommen. Die
schlechte Durchblutung behindert natürlich auch eine Antibiotika-Therapie und so
kommt es nicht selten zu einer Chronifizierung
(= langsam, schleichender
Verlauf).
Im Gegensatz zur akuten Knochenmarkentzündung treten bei der chronische n Knochenmarkentzündung Schmerzen bevorzugt nachts auf, besonders wenn ein Schub vorliegt.
Zur Schmerz- und Ursachenbekämpfung im
Bereich der unteren Körperhälfte (von einer
Knochenmarkentzündung sind hauptsächlich die
Beine
betroffen) eignet sich die längerfristige,
kontinuierliche epidurale Blockade
(=
rücken
mark
nahe Betäubung)
mit Katheter(*siehe unten).
Diese Methode hat den großen Vorteil, daß es neben der erwünschten
Unterbrechung der
Schmerz
reizleitung durch gleichzeitige Blockade vegetativer
(= das unwillkürliche
Nervensystem betreffende) Nerven zu
einer
Sympathikolyse (=
Weitstellung der Blutgefäße) und
damit zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung kommt, wie sie systemisch
medikamentös (= durch Arzneimittel, die im ganzen Körper wirken)
nicht zu erreichen ist. In dieser Situation
ist es dann äußerst sinnvoll nochmals eine (ausgetestete) Antibiotika-Behandlung
durchzuführen weil jetzt das Antibiotikum auch die Erreger erreicht. In diesem
Sinne ist diese Blockadebehand
lung Knochenmarkentzündungen
sogar kurativ (=
heilend).
Bei der chronische n Knochenmarkentzündung am Unterschenkel kann man im Rahmen der therapeutischen Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) zur Durchblutungsverbesserung zusätzlich auch Lidocain 2% serienmäßige mittels intraarterieller Injektionen in die A. femoralis verabreichen, so z.B. 2-3 mal täglich 1-1,5ml (= 20-30 mg) im Abstand von 8-12 Stunden über 10 Tage. Ist der Arm betroffen, was relativ selten vorkommt, wird das Medikament in die A. brachialis (= Arm schlagader) gespritzt. Dabei gelangt das örtliche Betäubungsmittel in die sog. Endstrombahn dort zu der gewünschten Gefäßerweiterung bei gleichzeitiger Schmerzlinderung. Selbst wenn die Blutader nicht genau getroffen wird, tritt trotzdem eine gefäßerweiternde Wirkung ein, da um das Blutgefäß herum sympathische (= Teil des unwillkürliche Nervensystem betreffende) Nervenfasern verlaufen. So wird z.B. in der Neuraltherapie aus diesem Grunde bewußt um das Gefäß herum infiltriert.
Als hilfreich hat sich auch eine Infusionsserie mit Lidocain 2% (= ein mittellang wirkendes, örtliches Betäubungsmittel) erwiesen. Dabei werden unter Pulskontrolle (Monitor) in aufsteigender Dosierung jeweils 50, 100 u. 150 mg gelöst in 200 ml Kochsalz 0,9% mit Hilfe einer Infusionspumpe (z.B. Infusomat) innerhalb eine Stunde verabreicht, wobei sicherheitshalber ein Abstand von 24 Stunden zwischen den einzelnen Infusionen eingehalten werden sollte.
Daß Lokalanästhetica (= örtliches Betäubungsmittel) entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.
Bei einer chronische n Knochenmarkentzündung im Bereich des distalen (= weiter entfernt von der Körpermitte) Unterschenkels oder Fuß es bewirkt auch die kontinuierliche Blockade des Nervus ischiadicus (* siehe unten) eine kräftige Sympath ikolyse (= Weitstellung der Blutgefäße) und damit eine sehr deutliche Mehrdurchblutung. Der Vorteil dieser Methode ist das geringere therapeutische Risiko.
Gar nicht so selten sehen wir Patienten, bei
denen der
Unterkiefer, teilw.
auch der
Oberkiefer von
einer Knoc
hen- bzw. Knochenmarkentzündung
betroffen ist. In diesen Fällen ist eine intensive
therapeutische Lokalanästhesie
(2 mal täglich, auch an Wochenenden, ca. 10-14 Tage lang) sehr hilfreich. Dabei
werden bei einer Knochenmarkentzündung des Oberkiefers die
gleichseitigen Nerven maxillaris und infraorbitalis blockiert, bei der
Knochenmarkentzündung des Unterkiefers die Nerven mandibularis und
mentalis. Verwendet wird ebenfalls ein lang wirkendes örtliches Betäubungsmittel
(z.B. Bupivacain). Auch mit diesen Maßnahmen läßt sich eine enorme
Durchblutungssteigerung erreichen, die einer En
tzündung kausal
(= ursächlich) entgegenwirkt.
Auch für den
Armbereich gibt es
eine entsprechende kontinuierliche Blockadetechnik.
Wenn Schmerzen bei bei einer Knochenmarkentzündung längerfristig bestehen, so ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.
* Bei der sog.
kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner
Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen
Nerven
eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle
hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über
diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen
Dosis, das
Lokalanästhetikum
(= örtliche Betäubungsmittel)
völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des
örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe
angeschlossen werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die
eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß
bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Ner
ven betroffen sind, woraus, wie oben
schon ausgeführt, eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies
ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei
Schmerzen, die auf
entzündliche oder auch degenerative Prozesse zurückzuführen sind, hilfreich ist.
Nach neueren Erkenntnissen kann diese intensive Blockadetherapie das sog.
Schmerzgedächtnis löschen, auch bei
Schmerzen aufgrund
von Knochenmarkentzündungen.
Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.co.uk (einfach anklicken).
Wußten Sie schon,
daß laut Bundesregierung alle gesetzlich krankenversicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine
Rehabilitation haben und sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst
aussuchen können - Lesen Sie dazu die Ausführungen des Bundesministeriums für
Gesundheit:
http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st
(einfach anklicken)
a
Ist eine Rentenversicherung Kostenträger, besteht diese Wahlmöglichkeit jedoch nicht,
aber:
Sozialgerichte stärken die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen.
Danach hat ein Schmerzpatient
ein Recht darauf, in einer
schmerztherapeutischen Klinik
behandelt zu werden.
Hier
gelangen Sie zu einem 1. Urteil (Sozialgericht Kassel) (Pressemitteilung dazu:
http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik). Mittlerweile gibt es diesbezüglich
zwei weitere Urteile, so vom
Landessozialgericht Hamburg:
http://www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht2
(Pressekommentar dazu:
https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik)
und vom Sozialgericht Köln erging eine entsprechende, einstweilige Verfügung in
nur 23 (!!) Tagen:
www.schmerz.com/schmerzen/sozialgericht1.
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Aktualisiert:>20.05.2008</>
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schiefer Hals (www.schiefer-hals.de),
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Schmerz (www.1-schmerz.de)
(1),
Schmerz (2),
Schmerz-chronischer,
Schmerz-neuropathischer,
Schmerz und Depressionen (www.schmerz-depressionen.de),
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Berührung,
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Bewegungen,
Schmerz in der Blase,
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(Flanken),
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Schmerz im Knie,
Schmerz im
Kniegelenk,
Schmerzklinik (1), Schmerzklinik (2) Schmerzklinik (3)
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